Design and Evaluation of a Hardware System for Online Signal Processing within Mobile Brain-Computer Interfaces
- verfasst von
- Marc-Nils Wahalla
- betreut von
- Holger Christoph Blume
- Abstract
Brain-Computer Interfaces (BCIs) sind innovative Systeme, die eine direkte Kommunikation zwischen dem Gehirn und externen Geräten ermöglichen. Diese Schnittstellen haben sich zu einer transformativen Lösung nicht nur für Menschen mit neurologischen Verletzungen entwickelt, sondern auch für ein breiteres Spektrum von Menschen, das sowohl medizinische als auch nicht-medizinische Anwendungen umfasst. In der Vergangenheit hat die Herausforderung, dass neurologische Verletzungen nach einer anfänglichen Erholungsphase statisch bleiben, die Forscher dazu veranlasst, innovative Wege zu beschreiten. Seit den 1970er Jahren stehen BCIs an vorderster Front dieser Bemühungen. Mit den Fortschritten in der Forschung haben sich die BCI-Anwendungen erweitert und zeigen ein großes Potenzial für eine Vielzahl von Anwendungen, auch für weniger stark eingeschränkte (zum Beispiel im Kontext von Hörelektronik) sowie völlig gesunde Menschen (zum Beispiel in der Unterhaltungsindustrie). Die Zukunft der BCI-Forschung hängt jedoch auch von der Verfügbarkeit zuverlässiger BCI-Hardware ab, die den Einsatz in der realen Welt gewährleistet. Das im Rahmen dieser Arbeit konzipierte und implementierte CereBridge-System stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Brain-Computer-Interface-Technologie dar, da es die gesamte Hardware zur Erfassung und Verarbeitung von EEG-Signalen in ein mobiles System integriert. Die Architektur der Verarbeitungshardware basiert auf einem FPGA mit einem ARM Cortex-M3 innerhalb eines heterogenen ICs, was Flexibilität und Effizienz bei der EEG-Signalverarbeitung gewährleistet. Der modulare Aufbau des Systems, bestehend aus drei einzelnen Boards, gewährleistet die Anpassbarkeit an unterschiedliche Anforderungen. Das komplette System wird an der Kopfhaut befestigt, kann autonom arbeiten, benötigt keine externe Interaktion und wiegt einschließlich der 16-Kanal-EEG-Sensoren nur ca. 56 g. Der Fokus liegt auf voller Mobilität. Das vorgeschlagene anpassbare Datenflusskonzept erleichtert die Untersuchung und nahtlose Integration von Algorithmen und erhöht die Flexibilität des Systems. Dies wird auch durch die Möglichkeit unterstrichen, verschiedene Algorithmen auf EEG-Daten anzuwenden, um unterschiedliche Anwendungsziele zu erreichen. High-Level Synthesis (HLS) wurde verwendet, um die Algorithmen auf das FPGA zu portieren, was den Algorithmenentwicklungsprozess beschleunigt und eine schnelle Implementierung von Algorithmusvarianten ermöglicht. Evaluierungen haben gezeigt, dass das CereBridge-System in der Lage ist, die gesamte Signalverarbeitungskette zu integrieren, die für verschiedene BCI-Anwendungen erforderlich ist. Darüber hinaus kann es mit einer Batterie von mehr als 31 Stunden Dauerbetrieb betrieben werden, was es zu einer praktikablen Lösung für mobile Langzeit-EEG-Aufzeichnungen und reale BCI-Studien macht. Im Vergleich zu bestehenden Forschungsplattformen bietet das CereBridge-System eine bisher unerreichte Leistungsfähigkeit und Ausstattung für ein mobiles BCI. Es erfüllt nicht nur die relevanten Anforderungen an ein mobiles BCI-System, sondern ebnet auch den Weg für eine schnelle Übertragung von Algorithmen aus dem Labor in reale Anwendungen. Im Wesentlichen liefert diese Arbeit einen umfassenden Entwurf für die Entwicklung und Implementierung eines hochmodernen mobilen EEG-basierten BCI-Systems und setzt damit einen neuen Standard für BCI-Hardware, die in der Praxis eingesetzt werden kann.
- Organisationseinheit(en)
-
Fachgebiet Architekturen und Systeme
- Typ
- Dissertation
- Anzahl der Seiten
- 138
- Publikationsdatum
- 08.02.2024
- Publikationsstatus
- Veröffentlicht
- Ziele für nachhaltige Entwicklung
- SDG 3 – Gute Gesundheit und Wohlergehen
- Elektronische Version(en)
-
https://doi.org/10.15488/16149 (Zugang:
Offen)
https://d-nb.info/1319413811/34 (Zugang: Offen)